Didaktik und Methodik  E-Mail

 

 

Schränkte das Leben sich auf bloßes Empfangen ein,

so wäre die Wirkung nicht viel besser,

als wenn wir Sätze auf das Wasser schrieben. (Hegel) 

 

 

Unter Didaktik  (von griechisch: didáskein „lehren“) im weiteren Sinn  versteht man  Umsetzung des Lehrens und Lernens, ihre theoretische Einbettung und Reflektion. Sie ist die Grundlage zur Beschreibung, Erklärung, Durchführung und Bewertung von Lehr-Lern-Situationen. Sie liefert Modelle zur Planung, Strukturierung und Analyse von Unterricht. So kann man beispielsweise  den Unterricht in fünf Momente gliedern: Ziel, Inhalt, Sozial-, Handlungs- und Prozess-Struktur.

 

Während die Didaktik im engeren Sinn ( das Was) die Inhalte und Ziele vermitteln soll, dient die Methodik ihrer konkreten Umsetzung. Ziel der Methodik (das Wie) ist die Organisation der Lernprozesse. Dazu gehören: Handlungs- bzw. Redesituationen, methodische Grundformen, Unterrichtstechniken, Verlaufsform („methodischer Gang und ein Roter Faden“), Sozialformen und natürlich auch die Sitzordnungen.

 

 

                                                                                                                        

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Die   Didaktik (von griechisch: didáskein „lehren“) im engeren Sinn beschäftigt sich mit der Theorie des Unterrichts, im weiteren Sinne mit der Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens. Nach Johann Amos Comenius (1592–1670) ist Didaktik „Lehrkunst“, während die „Lernkunst“ Gegenstand der Mathetik ist.

 

 

Mathetik

Die Überlegungen zu einer Mathetik sprechen beispielsweise gegen eine technisierte Unterrichtsvorbereitung und gegen ein lehrerzentriertes ‚Durchziehen‘ des Unterrichts am Schüler vorbei. Sie postuliert, immer wieder einen Perspektivenwechsel vorzunehmen und das bewusste, strukturierte Lehren im Unterricht stets neu, ‚ganzheitlich‘ vom Lernen des Schülers aus zu betrachten, das  ‚konstruktivistisch‘ geprägt erscheint. Daraus folgt für die Lehrperson, sich einem relativistischen Standpunkt zu verpflichten und zu einer Haltung aufgefordert zu sein, welche die eigenen Beurteilungen stets in Frage stellt. In der Konsequenz heißt das, Lehren vor allem als strukturiertes, umfassendes Angebot an den Lernenden zu sehen, das nicht nur auf der Inhalts-, sondern auch auf der Beziehungsebene (Eisbergmodell) abläuft. Damit beinhaltet es einerseits das Lernen selbst und spricht andererseits nicht nur die Kognition, sondern auch Emotion, Motivation und Volition (Willen) des Lernenden an.

     

 

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Wolfgang Klafki unterscheidet die Didaktik als theoretische Wissenschaft strikt von der Methodik, die sich mit den praktischen Verfahren des Lehrens und Lernens (dem Wie des Lernens gegenüber dem Was) befasst. Ein weiterer Gegenbegriff zur Didaktik als „Lehre durch Unterweisung“ ist die Mäeutik (auch Sokratische Methode) als „Lehre durch Gespräch“ oder „Lehre durch Selbsterkenntnis“.

 

     

 

Mäeutik als Unterrichtsmethode

Die Sokratische Methode der Gesprächsführung wurde seit dem 18. Jahrhundert zum Vorbild einer Unterrichtsmethode genommen, die Erotematik genannt wurde, heute zumeist als fragend-entwickelnd bezeichnet wird und insbesondere den mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht nachhaltig geprägt hat. Der Mathematiker Karl Weierstraß schrieb einen Aufsatz über die Sokratische Methode, der Fachdidaktiker Martin Wagenschein nannte seinen Ansatz sokratisch.

Leonard Nelson propagierte die Sokratische Methode als Sokratisches Gespräch (auch neosokratisch genannt) sowohl als Unterrichtsmethode als auch als Ansatz für eine Wiederbelebung der Philosophie.

 

Methodik (griechisches Adjektiv μεθοδική… methodiké… „die methodische …“) ist in der Wissenschaftstheorie die Gesamtheit aller wissenschaftlichen Methoden oder Vorgehensweisen.

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Methode (Definition):
„Untersuchungs-, Forschungsverfahren; planmäßiges Vorgehen“ Das in dieser Form seit dem 17. Jahrhundert. bezeugte Fremdwort beruht – unter Einfluss von frz. méthode – auf einer gelehrten Entlehnung aus spätlat. methodus, das seinerseits aus dem griech. méthodos: „Weg oder Gang einer Untersuchung, nach festen Regeln oder Grundsätzen geordnetes Verfahren“ übernommen ist. 
Das griech. Wort bedeutet wörtlich etwa „das Nachgehen, der Weg zu etwas hin“. Es ist eine Bildung aus griech. metá : „hinterher, nach usw.“ und griech. hodos: „Weg; Gang“.

Duden 7, Das  Herkunftswörterbuch(8)