Bildung und Medienkonsum  E-Mail


Das Handy wird zum Brainy und die Kinder digital dement !!

 

Das "Brainy" als Ersatz menschlicher Gehirne und Motor uniformierter Sozialisation der Jugend von heute. Asoziale Netzwerke wie "Facebook" (Gesichtsbuch) und "Twitter" (Zwitschern) schicken junge Menschen in den Space (Raum), weit weg von der Realität des Lebens.

 

                                    


Ein Phänomen macht Lehrern und Ausbildern zu schaffen und hat große Auswirkungen auf das Lernen und dann auch auf die Ausbildung im Dualen System. Schüler der heutigen Zeit leiden unter Lern-, Merk- und Konzentrationsschwächen bedingt durch eine rasant zunehmende Medienflut. Smartphones, Computer, Fernsehen, Gameboys, Nintendo und Egoshooter wie Counter-Strike, Call of duty und und forcieren den Verlust an senso-motorischen Eigenschaften, die sich die jungen Menschen normalerweise in ihrer Jugend spielerisch aneignen, weil die Freizeit nicht mehr zum Basteln, auf Bäume klettern, für den Pfadfinder- und Sportverein oder zum Reparieren und Modifizieren des Fahrrades genutzt wird. Diese ganzheitliche Inanspruchnahme der Fähigkeiten des spielenden und damit auch lernenden Individuums hat sich einseitig verschoben zu Lasten der audio-visuellen Wahrnehmung, durch das Spielen am Computer oder durch das Fernsehen. Wer aber vorwiegend mit Medien "kommuniziert", kann ebenso kein Sozialverhalten mit in die Schule oder den Betrieb bringen, auf das man aufbauen könnte. Aber die Sozialkompetenz spielt eine immer größere Rolle für teamorientierte Arbeitsweisen bei den Mit-Arbeitern der heutigen Zeit .

( Zitat) „Nicht zu leugnen: Die neuen Medien haben das Kinderzimmer erobert. 34 Prozent der Neun- bis Zehnjährigen verfügen über ein eigenes Fernsehgerät und können allein über dessen Nutzung entscheiden. Knapp 30 Prozent besitzen einen Kindercomputer und 62,5 Prozent einen Walkman oder MP3-Player. Ein Fünftel der Sechs- bis Achtjährigen verbringt 40 Stunden und mehr pro Woche vor der Glotze, ein gutes Drittel bis zu 30 Stunden - also immer noch länger, als die Schule dauert. Über die Gewaltwirkung der Medien tobt unter Forschern noch immer ein Glaubenskrieg. Sicher aber erscheint, dass das Fernsehen Kinder nicht konzentrierter und sprachbegabter macht. Giesela Friedrich von der Uni Leipzig untersuchte mit ein und demselben Test vor und nach der Wende die sprachlichen Leistungen Leipziger Vorschulkinder: Sie waren deutlich schlechter geworden. ... (Zitatende)


Das stellen auch Betriebe bei ihren Einstellungstests fest, dass vor allen Dingen in den klassischen Fächern wie Deutsch, Mathematik, etc. erhebliche Mängel bei Schülern aller Schulzweige zu verzeichnen sind.
(Zitat) „Heute leiden wir und insbesondere die Kinder unter einer Überfülle von Informationen, von telegrafischen und fotografischen Reizen, deren wir kaum noch Herr werden können, so dass wir, um eine ausgewogene Reizbilanz herzustellen, verdrängen, abschalten, wegzappen, uns als Singles zurückziehen, in Drogen flüchten oder mit Musik volldröhnen lassen. Wir stumpfen dabei ab - auch unsere Kinder. ... Der deutsche Lehrerverband stellt fest, dass die Zahl verhaltensauffälliger und leistungsschwacher Schüler von Jahr zu Jahr ansteigt; Konzentrations- und Ausdauerschwächen, Hyperaktivität, Depressionen, Teilleistungsschwächen wie Legasthenie (Lese-Rechtschreibschwäche) und Dyskalkulie (Rechenschwäche) Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS), Minimale Cerebrale Dysfunktion (MCD), psychosomatische Erkrankungen (Allergien, Neurodermitis, Ekzeme, Asthma, Migräne, nervöse Ticks, Nägelkauen), Aggressionen, Nikotin, Alkohol-, Tabletten- und Ecstasy- bzw. Haschabhängigkeiten, Selbstverletzungen mit Messern, Rasierklingen und durch Piercen, Essstörungen (Ess- und Magersucht, Bulimie) und Regressionen (Rückzug, Singularisierung, Außenseiter, Ausreißer) sowie Neurosen und Psychosen ... nehmen permanent zu. (Prof. Dr. Peter Struck in Welt am Sonntag ,16. November 1997, Nr. 46, Seite 9)

„Und weil alle Forscher darin übereinstimmen, dass das pädagogische Vermögen der Eltern letztendlich entscheidet, ob sich das Fernsehen schädlich auswirkt, ist wieder mal die Familie schuld.“ (a.o.a.O) (Zitatende)

Wenn die Schüler in der Schulpause die Werbung vermissen und der Lehrer es nicht wie ein Showmaster "gebracht" hat, dann wird deutlich, wie wichtig in diesem Zusammenhang Elternarbeit ist. Betrachtet man aber die Elternarbeit der Schulen, so stellt sich dieses sehr schnell als Kampf gegen Windmühlen heraus, denn die Eltern verhaltensgestörter und konzentrationsschwacher und damit auch lernschwacher Schüler sind diejenigen, die man in der Regel auf Elternsprechtagen etc. am wenigsten antrifft. Vielleicht sollten die Lehrer - wie früher - wieder Hausbesuche durchführen, um dabei sowohl das primäre soziale Umfeld ihrer Schüler wie die damit verbundenen Probleme kennenzulernen.

"Mit Sorge beobachten Lehrer, Soziologen und Psychologen, dass vielen Kindern zu Hause kaum noch Grenzen gezogen werden.“(a.o.a.O.) Dieses gilt vor allen Dingen in Bezug auf den Medienkonsum, weil man den Schaden, den man anrichtet, nicht erkennt oder erkennen kann und will, denn fernsehgaffende Geschöpfe befinden sich in einer irrealen Welt, in fernen Galaxien, in denen Auseinandersetzungen mit den Eltern und Geschwistern sowie den Problemen der realen Welt nur zu weit künstlich entrückt worden sind.

 

altUnd die Tatsache, dass Eltern ihre heranreifenden Kinder durch den erhöhten Medienkonsum schon im Vorschulalter biologisch verstümmeln, weil die nicht benutzten Synapsen im komfortabel ausgestatteten Gehirn der Kleinkinder verkümmern , was schwer reversibel ist, können sie in der Regel gar nicht beurteilen. So grenzt der hohe Medienkonsum bereits an Körperverletzung, ohne dass dafür jemand zur Rechenschaft gezogen wird. So haben sie scheinbar alle ihre Ruhe - die Eltern und die Kinder.
Dass das die Ruhe vor dem Sturm war, wird spätestens nach der Einschulung, wenn nicht schon im Kindergarten oder der Vorschule deutlich, denn auch Konflikt- und Problemlösungsstrategien sollten Kinder in der Auseinandersetzung mit Eltern und Geschwistern dann weitestgehend erlernt haben. Hier prallen Welten aufeinander, wenn antiautoritär und/oder medial erzogene Kinder sich mit anderen auseinandersetzen müssen und in ihre Grenzen - manchmal auf recht brutale Art - verwiesen werden. Sie müssen nun lernen, was Eltern aus erziehungsideologischer oder gleichgültiger Vorgehensweise nicht getan haben - Grenzen ihres Tuns erfahren.


(Zitat) „Schlimme Sieger und ewige Opfer waren nie die Eltern sondern jeweils die Kinder, die zu Hause nicht gelernt hatten, in der Auseinandersetzung mit den Eltern Grenzen auszuhandeln und diese dann auch zu akzeptieren. Das konnten ebenso die kleinen Prinzen und Prinzessinnen sein, die daheim alles durften, wie auch die durch abwesende oder abweisende Eltern innerlich verwahrlosten Kinder. Wer die soziale Kompetenz der Konfliktbewältigung zu Hause nicht lernt, gerät auch in der Schule - so das Fazit - leicht auf eine schiefe Bahn.“ (Spiegel 9/95, Seite 52) (Zitatende)

 

Dazu Mark Twain etwas sarkastisch:

 

„Erziehung ist organisierte Verteidigung
der Erwachsenen gegen die Jugend“



(Zitat) „Doch wehe, wenn die Verteidigung zusammenbricht, sich die Rollen verkehren und Kinder wie autoritäre Eltern über ihre Erzeuger (und danach über Erzieher, Lehrer und Ausbilder) herrschen (wollen).“ (Spiegel 9/95, Seite 54) (Zitatende)