Der Wandel in Wirtschaft & Bildung  E-Mail

 

alt

Wer in der heutigen Zeit nicht durch ständiges Lernen „am Ball bleibt“, gefährdet sein eigenes Fortkommen und die Wettbewerbs- und Kon-kurrenzfähigkeit des Unter-nehmens, in dem er arbeitet. Auch die Unternehmen müssen heute Wissens-management betreiben und in die Humanressourcen investieren. Ausbilder, Lehrer und Dozenten sind Multi-plikatoren, die ein breites Methodenrepertoire beherr-schen müssen, um je nach Lernziel den Schülern und Auszubildenden auch das Lernen lernen, Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit und viele andere sogenannte Schlüsselqualifikationen beizubringen. Faktenhuberei und das Vermitteln von Fachwissen im Frontalunterricht reicht dazu in der heutigen Zeit nicht mehr aus, denn Fachwissen kann schon morgen veraltetet oder sogar überholt sein, wie die Entwicklung im Soft- und Hardwarebereich eindrucksvoll unter Beweis stellt. Also müssen wir uns durch Lernen immer wieder neues Wissen aneignen. Viele Betriebe haben ihre Arbeitsformen auf Gruppenarbeit umgestellt und ganze Unternehmen wurden diesbezüglich umgebaut, weil dieses wirtschaftlich effektiver ist. Wie aber sollen die Menschen eigenverantwortlich in Gruppen arbeiten, wenn wir sie zu Einzelkämpfern ausbilden. Auch Teamfähigkeit und Verantwortung muss gelernt werden und verlangt nach einer Sozialkompetenz, die trainiert werden muss. Dazu reicht das Vermitteln durch die ausbilderzentrierte Vier-Stufen-Methode und dem lehrerzentrierten Frontalunterricht nicht aus, denn selbständig handeln kann nur der, der in der Erstausbildung schon frei handeln durfte und dazu müssen handlungsorientierte Methoden eingesetzt werden. Jede Methode kann nur Ihre Aufgabe erfüllen, wenn Lerner, Inhalte und Ziele vorher eindeutig bestimmt und dementsprechend in die richtige Methode münden.

 

Wer aber die Vier-Stufen-Methode für Warenannahme, Ausfüllen eines Überweisungsträgers oder das Aufüllen eines Bestellscheins einsetzt und es dann auch noch für Prüfungen empfiehlt, sollte seine Tätigkeit als Dozent oder Prüfer schnellstens aufgeben. Diese Inkompetenz und pädagogische Willkür entbehrt jeglicher Wissenschaftlichkeit und demonstriert Praxisferne. Kognitive Feinlernziele bedürfen beim Anstreben derselben der Erkenntnis und können nicht vor- und dann nachgemacht werden. Leider aber ist das Praxis an vielen zuständigen Stellen. Die Vier-Stufen-Methode ist handwerklich orientiert und verfolgt überwiegend psycho-motorische Lernziele, die durch praxisbegleitende Theorie gestützt werden sollten. Deswegen setzt man sie vorwiegend für Fertigkeiten wie das Gewindebohren, das Anfertigen eines rundgebundenen Blumenstraußes in der Floristik oder den Schnitttechniken, Julienne, Brunoise  und Paysanne im Beruf des Koches oder das Brechen von Servietten ein. Auch um diese berufsmotorischen Tätigkeiten affektiv durch fehlerfreies Üben dann so zu vertiefen, dass sie quasi im Schlaf, also aus dem "ff", beherrscht werden,  legitimiert diese Methode.

 

 

alt

alt